Auf die Plätze

„Auf die Plätze“ ist ein künstlerisch-dokumentarisches Projekt über das Flüchtige des Alltags. Inspiriert von Georges Perecs Beobachtung der Pariser Place Saint-Sulpice erkunden drei Autorinnen (in 2026) und drei Filmschaffende (in 2027) öffentliche Plätze in Westfalen: den Borneplatz in Rheine, den Marktplatz in Oelde und den Hamannplatz in Münster-Coerde. Was geschieht, wenn man einen Ort nicht durchquert, sondern dort verweilt? Was wird sichtbar, wenn man dem scheinbar Unbedeutenden Aufmerksamkeit schenkt? Die beteiligten Künstlerinnen beobachten, schreiben und filmen und schaffen so literarische und filmische Zeitdokument westfälischer Alltagswelten.

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Ankündigungen

Dezember 2026

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Februar 2027

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About
Über das Projekt

Das Flüchtige findet selten den Weg in Archive – und damit kaum Eingang in die Geschichtsschreibung. Es verankert sich nur selten in unserer Erinnerung, und doch ist es oft das, was Schönheit ausmacht.
Es ist nun gut 50 Jahre her, dass der französische Autor Georges Perec Platz nahm. Drei Tage lang saß er an der Pariser Place Saint-Sulpice und notierte alles, »was man im Allgemeinen nicht notiert, das, was nicht bemerkt wird, was keine Bedeutung hat, das, was passiert, wenn nichts passiert außer Zeit.« (Siehe: Georges Perecs “Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen”). Inspiriert von seiner Methode begeben wir uns ins Münsterland, um verschiedene Orte zu vermessen – zunächst literarisch, später
filmisch.

Im ersten Projektjahr (2026) machen sich drei Autorinnen (siehe über die Beteiligten) auf den Weg, um jeweils einen öffentlichen Platz zu erkunden: den Borneplatz in Rheine, den MArktplatz in Oelde sowie der Hamannplatz in Münster-Coerde. Die Autorinnen verbringen (zeitgleich) jeweils zwei Tage an „ihrem Ort“, beobachten, schreiben und sammeln Eindrücke.

Genau ein Jahr später (2027) nehmen drei Filmschaffende diese Orte wieder in den Blick. Sie setzen sich nun visuell mit den Orten und zudem mit den literarischen Texten auseinander, die zuvor entstanden sind. Daraus entwickeln sie dokumentarische Miniaturen.

Zum Abschluss finden in Kooperationen mit den Städten vor Ort Veranstaltung statt, bei denen die entstandenen Werke präsentiert und im regionalen Zusammenhang diskutiert werden. Ergänzend zu den Veranstaltungen werden die Texte und Filme als einzelne Werke kursieren und zugleich in einer gebündelten Publikation münden. Schließlich entsteht so ein kollektives Zeitdokument westfälischer Alltagswelten.

Über die Beteiligten

Autor*innen im Projekt


Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel, 1972 in Duisburg geboren, ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus. 2017 wurde Lütfiye Güzel mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Seit Oktober 2023
veröffentlicht sie unter dem Titel „süperdepresyon” eine einsame Kolumne für Interkultur Ruhr. Das aktuelle Chapbook wem gehören die tauben? ist 2025 erschienen.

Daniel Huhn

Daniel Huhn (geb. 1985), aufgewachsen im Ruhrgebiet, lebt in Münster. Seit 2010 arbeitet er freischaffend als Filmemacher, Autor und Hörfunkjournalist. Als Autor und Regisseur realisierte er zahlreiche dokumentarisch geprägte Radiofeatures, Bücher und Filme, häufig zu Alltagsbeobachtungen und Alltagsgeschichte. Die Verbindung von Text und Film ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Seine Filme liefen auf zahlreichen internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet, seine Texte in mehrere Sprachen übersetzt.

Anneke Lubkowitz

Anneke Lubkowitz, 1990 in Baden-Baden geboren und in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, lebt seit 2021 in Münster. Sie hat in Berlin und Edinburgh Literaturwissenschaften studiert und über Nature Writing promoviert. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Räumen und dem Gehen als Kulturtechnik. 2020 erschien die von ihr herausgegebene Anthologie Psychogeografie über literarische Stadterkundungen in den Fußstapfen der situationistischen und lettristischen Avantgarden bei Matthes & Seitz Berlin. Sie hat Essays über urbanes Gehen und Frauen im öffentlichen Raum veröffentlicht und als Autorin und Dramaturgin an verschiedenen (Audio-) Walks und Literaturprojekten mitgewirkt. Im Spätsommer 2025 erschien ihr erzählendes Sachbuch Rebellinnen zu Fuß bei Kein & Aber.

Filmschaffende im Projekt


Silke Schönfeld


Silke Schönfeld (1988, Idar-Oberstein) studierte bildende Kunst an den Kunstakademien in Münster und Düsseldorf. Ihre filmischen Arbeiten wurden in u.a. in Einzelausstellungen im Hartwarte MedienKunstVerein, Dortmund (2024), in der Kunsthalle Bielefeld (2025) präsentiert. Von 2020 bis 2022 war sie Residenzkünstlerin an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. International wurden ihre Arbeiten in zahlreichen Gruppenausstellungen und auf Filmfestivals präsentiert, u.a. im Goethe-Institut, (Paris), in der CAN Foundation (Seoul), im Garage (Rotterdam) und im Building Bridges Art Exchange (Santa Monica). Für ihre Werke wurden sie u.a. mit dem Deutschen Kurzfilmpreis (2023), dem Förderpreis des Landes NRW (2021) und dem Förderpreis für junge Künstlerinnen der Stadt Dortmund (2018) ausgezeichnet. Ein wiederkehrendes Thema in Silke Schönfelds Arbeiten ist die fortwährende Präsenz nationalsozialistischen Denkens und Handelns in der deutschen Gesellschaft. Sie und arbeitet in Dortmund, DE.

Mustafa Khalaf

Mustafa Khalaf ist ein im Irak geborener und in Deutschland tätiger Filmemacher und interdisziplinärer Künstler. Er studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster mit dem Schwerpunkt Film, Video und Neue Medien bei Prof. Andreas Köpnick und wurde 2020 zum Meisterschüler ernannt. Khalafs künstlerische Praxis zeichnet sich durch die Verbindung filmischer, poetischer und musikalischer Ausdrucksformen aus. Er experimentiert an der Schnittstelle von verspielter Ernsthaftigkeit und selbstbewusstem Kitsch. Als Gründer des Kollektivs für improvisierten Film zzenf und des psychedelischen Quartetts amoklove setzt er sich mit Themen wie Migration, Identität und hybriden Ästhetiken auseinander.

Lenia Friedrich


Pixel, Papier, Stimmen, Zeit und Textilien sind die Materialien, mit denen Lenia Friedrich arbeitet. Schwerpunkte ihrer künstlerischen Arbeit sind dokumentarische Animationsfilme über ältere Frauen und das Erforschen menschlicher Wahrnehmung und Erinnerungsbildung. Sie beendete 2024 ihr Diplomstudium in Mediale Künste mit Auszeichnung an der KHM in Köln, zuvor BA in Mediendesign in Münster und Bauzeichnerlehre.

Projektkoordination


Niklas Becker


Niklas Becker (geb. 1991), lebt in Münster. Er arbeitet als Projekt- und Produktionsleitung sowie Tourmanager für verschiedene Kulturveranstaltungen- und Institutionen in Münster und NRW. Beispielsweise Theater Titanick, Flurstücke Festival, Jazzfestival Münster oder die Filmwerkstatt Münster. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf künstlerischen Projekten im öffentlichen Raum mit Fokus auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und ortsspezifische Formate.

Über die Orte

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Texte

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Filme

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